Warum braucht es eine Generalsanierung der Jugendbildungsstätte

Es besteht derzeit ein dringender Modernisierungsbedarf, um die Arbeit der Jugendbildungsstätte Burg Hoheneck gemäß der Einrichtungskonzeption zukunftsträchtig fortzuführen und weiterhin qualifizierte Angebote bieten zu können.

Im Einzelnen besteht der Modernisierungsbedarf in folgenden Bereichen:

  1. Sanitärstandard
    Die Jugendbildungsstätte verfügt über eine bedarfsgerechte Ausstattung unterschiedlich großer Übernachtungszimmer: 20 Einzel-, 8 Doppel-, 10 Mehrbettzimmer mit insgesamt 80 Betten. Allerdings hat keines dieser Zimmer Dusche und WC direkt zuge-ordnet, sondern es gibt ausschließlich Gemeinschaftstoiletten und –duschen, die etagenweise angeordnet sind (teilweise sogar nur für 2 Stockwerke zusammen). Dies ist im modernen Seminarbetrieb nicht mehr zumutbar.
  2. Seminarräume
    Bei Inbetriebnahme der Jugendbildungsstätte im Jahr 1984 sah die raumtechnische Planung für jede Belegergruppe einen Gruppenraum vor; ferner wurde davon ausgegangen, dass die Burg vordergründig von einer einzelnen Großgruppe belegt wird.
    Beide Sachverhalte haben sich geändert: einerseits bedarf die mittlerweile gängige Seminararbeit neben einem Plenumsraum immer auch ein bis zwei Gruppenräume. Andererseits beziehen sich die Belegungsanfragen oft auf mittelgroße Gruppen, so dass mehrere Plenumsräume sowie Kleingruppenräume parallel benötigt werden. Die derzeitigen 5 Gruppenräume tragen den heutigen Seminaranforderungen nicht mehr Rechnung.
  3. Barrierefreiheit
    Natürlich kann eine historische Burg nicht vollständig barrierefrei werden, allerdings sollten in Teilen die Nutzungsbereiche Essen, Tagen und Schlafen barrierefrei erreichbar sein.

Diese problematischen Bereiche wirken sich immer mehr auf den Betrieb aus und ein kontinuierlicher Rückgang im Bereich der erwachsenen hauptberuflichen Mitarbeiter*innen an unseren Seminaren ist festzustellen. Auch Tagungen für diese Zielgruppe können wir mehrtägig nicht mehr anbieten, da sie aufgrund der Unterbringungssituation nicht gebucht werden.

Darüber hinaus zieht die fehlende Verfügbarkeit unterschiedlicher Seminarräume nach sich, dass das Haus nicht so effizient belegt werden kann, wie es aufgrund der Bettenzahl und der Nachfrage möglich wäre.

Ebenso ist die komplett fehlende Barrierefreiheit heutzutage nicht mehr tragbar.

Zur Abdeckung des benötigten Raumbedarfs sind sowohl Modernisierungsmaßnahmen innerhalb des bestehenden Gebäudes als auch die Schaffung neuer Flächen (in Form eines Neubaus) vonnöten. Hier hat das Hochbauamt bereits einen Bedarf von 25% über dem Bestand festgestellt.
Erst nach der grundlegenden Modernisierung kann sichergestellt werden, dass wieder alle Zielgruppen (insbesondere die der hauptberuflichen Fachkräfte) gleichermaßen mit Programmangeboten angesprochen und erreicht werden und infolgedessen die kostendeckende Bewirtschaftung auch künftig gewährleistet ist.

Uns ist klar, dass weder die Stadt Nürnberg, noch der Kreisjugendring Nürnberg-Stadt alleine diese Maßnahmen finanzieren können. Es braucht weitere Unterstützung vom Bezirk Mittelfranken, dem Land Bayern, sowie von weiteren Stiftungen, Förderstellen und Spender*innen. Nur mit vielfältigen Partner*innen gemeinsam können wir das schaffen.